Blog_18_1Ein großes Ziel von uns ist, den Einzelhandel zu stärken.
Wieso muss so vieles im Internet bestellt werden? Ich weiß, jetzt kommen die Argumente, die ich früher auch parat hatte:

  • geht schnell, per weniger Klicks
  • einfach, da wenige Klicks
  • jederzeit möglich
  • von überall aus möglich
  • Bequemlichkeit
  • noch schneller
  • noch bequemer
  • Lieferzeit ist meist binnen 1-5 Tage….

 

Mir hingegen ging es jedoch schon früher so, dass wenn ich etwas wirklich haben wollte (ich glaube übrigens, das habe ich von meinem Papa), es dann aber auch immer sofort haben musste! Ob ein neues Kleidungsstück, ein neues Küchenutensil, eine neue Kamera, … Die Ungeduld war riesig groß und das Verlangen nach dem Wunschprodukt immens.
Das stand dem Online Shopping natürlich immer im Wege.

Die große Frage

Irgendwann haben wir uns die Frage gestellt, warum so vieles online bestellt wird?! Sogar Lebensmittel werden heutzutage online bestellt und nach Hause geliefert.
Das Einkaufen erscheint zwar online auf den ersten Blick sehr viel einfacher und schneller zu sein, doch genau diese Aspekte bergen auch ihr Risiko! Das online Bestellen ist so attraktiv,aufgrund der vielen vermeintlichen Vorteile, dass es geradezu verführt, die Dinge alle nur noch zu bestellen. Ob man sie nun braucht oder nicht.

Ein sehr unterschätzter Aspekt: wir holen nicht mehr physisch die Karte aus dem Portmonnaie und reichen sie einer Verkäuferin oder einem Verkäufer, sondern klicken auf „bestellen“, womit auch die Hürde des Geld ausgebens schnell gelöst ist. Und so bestellt man hier und da und dort – und schwubbs, hat man unendlich viele neue Dinge. Mal abgesehen davon, ob man diese überhaupt benötigt (hierzu könnt ihr jedoch nochmal mehr im Artikel Konsum vs. Konsum lesen).

So erscheint uns das Bestellen erstmal schnell: man muss nicht durch die Straßen laufen, an Schaufenstern vorbei, um dann in den Laden zu gehen und sich Reihe um Reihe die Dinge zusammen zu suchen, die man benötigt.
Nein, man scrollt durch seitenlange Kataloge, ohne aufstehen zu müssen und findet auf der 18. Seite beim 67. Produkt endlich das Objekt der Begierde. Da laden sich schon beim scrollen die nächsten 20 Produkte nach und verleiten zum weiter shoppen. Unendlich viele Bildchen und das Tolle: der „Warenkorb“ muss nicht mal mehr getragen werden! Jetzt nicht an der Kasse anstehen zu müssen sondern einfach auf „fertig“ und „Bestellung abschließen“ zu klicken, dafür werden auch die 4,90 Euro für den Versand in Kauf genommen. Ging ja einfach und die Kreditkartendaten waren auch noch von der letzten Bestellung hinterlegt.

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Doch dann oh we.. man ist nicht zu Hause und das Paket liegt bei der Post, weil die nahe gelegene Postbox voll war und der Nachbar sich weigerte, dass 4. Paket an diesem Tag entgegen zu nehmen.
Manchmal gibt es auch unvorhergesehene Lieferschwierigkeiten und die Lieferung dauert anstatt einem Tag doch plötzlich zwei. Oder man benötigt das Geburtstagsgeschenk schon am nächsten Tag, weil man schon wieder vergessen hat, sich rechtzeitig darum zu kümmern – und dann dauert es doch länger, weil die Post streikt!

Nach langem warten, 36 anstatt 24 Stunden, ist dann das Paket endlich da! Eingepackt in einem riesigen Karton – obwohl eigentlich nur eine winzig kleine Sache bestellt wurde – und man reißt es auf!
Ein weiterer Karton. Damit dieser Pappkiste auch ja nichts passiert, muss man sich durch unendlich viel Plastik wühlen, welches sich um die Kiste herum befindet. (Am Liebsten mochte ich ja immer dieses Luftpolstserpapier, das so schön knallte wenn man die Luftlöcher hat platzen lassen ). Die kleinen weißen Synthetik Kugeln verteilen sich dabei auf dem ganzen Teppichboden – na ja, muss halt später nochmal der Staubsauger rausgesucht werden.

Nachdem nun endlich das letzte Paket gefunden wurde, kündigt die bunte Werbung aud der Verpackung bereits das darin enthaltene Wunschobjekt an. Zum Vorschein kommt das Prachtstück! Eingebettet in noch mehr Plastik und Papier, damit dem Objekt auch wirklich nichts passiert. Eingeschweißt in einer Hartplastikverpackung, die sich nur super schwer öffnen lässt. Da zerbricht schon fast die Scherenklinge, da das Hartplastik sich nicht so einfach wie eine Einkaufstüte aufreißen lässt – ganz zu schweigen von der sachgerechten Entsorgung (aber auch das ist ein anderes Thema) Und was passiert nun mit all dem Verpackungsmaterial? Man könnte ein komplettes Abstellzimmer errichten und mit all dem Verpackungskram vollrümpeln (oder den Keller, könnte ja sein dass man die Sachen nochmal irgendwann braucht) oder man schleppt sämtliche Pakete und Plastik und Papierberge zur Tonne, die dann auch noch überfüllt ist und erst übermorgen wieder geleert wird…… Oh nein, es wurde die falsche Farbe geliefert!!

Ja, warum soll man da noch vor die Tür gehen, Leute treffen und sich das, was man wirklich braucht, im Laden kaufen?

Doch mal ehrlich, hierbei gehen doch die schönsten Eigenschaften des Einkaufens verloren!

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Sich einen Plan zu machen, was man wirklich braucht, um dann los zu ziehen, in ein kleines gemütliches Geschäft, um sich das zu kaufen, was man eben haben möchte.

Keine Plastikschicht um Plastikschicht die im Müll landen. Keine wachsenden Berge von Müll, sondern Dinge, die ich wirklich benötige, die mir nicht durch Werbung aufgezwungen werden – und keine Newsletter, die ich automatisch mit dem online Kauf abonniere. Keine Versandkosten. Und die Daten werden auch nicht irgendwo gespeichert, um dann weiter verkauft zu werden oder für Statistiken ausgenutzt, um danach die Preise und die Werbung auszurichten. Keine Spam Mails die auf den Einkauf hin folgen, keine Postgänge, da man nicht da war, als das Paket kam oder die Paketbox voll war und keine genervten Nachbarn die es annehmen mussten.

Wir sprechen aber auch nicht vom Kauf in großen Einkaufsketten, wo man Kunde Nummer 346 vom 01.08. war, langen Warteschlangen und schnellem Abarbeiten weil Kunde Nummer 517 bereits hinter einem in der Schlange wartet.

Wir reden von den kleinen, gemütlichen Läden… Ein netter Verkäufer oder eine nette Verkäuferin, die einen guten Tag wünschen und sich über den Besuch freuen. Durch die Reihen schlendern, den Flair des Geschäfts genießen, die bunten Farben, Lebensmittel die ich in die Hand nehmen und anfassen kann, daran riechen, Kleidung an der Haut spüren, Düfte zu riechen.. sich beraten lassen, sich austauschen, Neues zu lernen und am Ende – sich zu überlegen, ob man nun die Karte oder das Bargeld rausholt, um sich das Goodie zu kaufen. Jemand der sich verabschiedet, toller Service und ein Geschäft, in welches ich jederzeit schnell und einfach wieder gehen kann, sollte der Pulli doch eine Nummer zu groß sein.