Vairnana on the go …

… heute in 5845X – Witten!

Witten, die kleine Größe an der Ruhr, zählt um die 99.000 Einwohner. Zwar ist die Einwohnerzahl, im Vergleich zu den umliegenden Städten, nicht die höchste, doch trotz alledem überrascht die Ruhrgebietsstadt immer wieder mit ihren schönen Angeboten.

Aber wohin, nachdem man sich an der Ruhr entspannt oder am Kemnader See Stand Up Paddling gemacht hat? Erstmal was essen, richtig? Und seit dem 23.03. gibt es in Witten eine weitere vegane Location zum Speisen, Trinken und Entspannen: The Curly Cow!

Da lässt sich das Vairnana Team natürlich nicht lange bitten und so haben wir uns das Ganze mal für euch angeschaut.

The Curly Cow überrascht. The Curly Cow ist mal etwas Anderes.

Beim Reinkommen erwartet man die Sex Pistols vereint an einem der Tische sitzen zu sehen. Über ein Treffen vom Sea Shepherd Landesverband würde man sich auch nicht wundern. Mit purem Enthusiasmus wird man von Curly und Andi am Eingang empfangen. In der offenen Küche werden die Speisen, die alle vegan sind, von Andi zubereitet. Curly verteilt an der Bar Getränke, veganen Kuchen und liebe Worte. Bei so einer Atmosphäre kommt man schnell ins Gespräch. So erging es auch uns bei unserem Interview:

Wie lange gibt es The Curly Cow schon?

Curly: Seit letzter Woche Donnerstag, ganz frisch.
Andi: Einwöchiges Jubiliäum also.
Curly: Mit Renovierungszeit hat es dann schon so drei Monate gedauert. Vorher war das hier eine Bewegungsstätte für Senioren und Rollstuhlfahrer/innen und wir haben schon einiges verändert. Die Renovierungsarbeiten hat man gar nicht so mitbekommen, das war von uns aber beabsichtigt. Wir wollten uns erstmal Zeit geben, um reinzukommen, damit wir nicht direkt überlaufen werden.

Wie kam euch die Idee für The Curly Cow?

Curly: Ich wollte schon immer einen eigenen Laden haben, seit Ewigkeiten. Dazu gab es nie den richtigen Moment, aber jetzt ist er da. The Curly Cow ist genau das, was ich immer haben wollte: einen Punkrockladen, wo ich meine Musik spielen kann, wo ich alles so gestalten kann, wie ich möchte, und wo ich das Essen anbieten kann, das ich möchte.
Andi: Und ich habe eine Arbeit gesucht in diesem Bereich. Ich habe früher in Dortmund in einem veganen Supermarkt gearbeitet, 3 Jahre lang und dann in einem veganen Café und ich wollte dann halt gern wieder etwas Veganes machen, aber ich hatte irgendwie nicht die Möglichkeiten, ein Café aufzumachen. Und dann haben wir uns über Facebook kennengelernt.
Curly: Wir kannten uns aber schon vom Sehen, weil ich bei ihm auch öfter einkaufen war.

Sind alle angebotenen Speisen und Getränke vegan?

Curly: Ja, wir sind beide seit Jahren Veganer. Wir kommen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger oder so. Gestern kam auch einer, der meinte ‚ich bin aber Fleischesser‘ und wollte einfach mal gucken. Wir haben uns dann nett unterhalten und es ist uns auch egal, ob Fleischesser, Veganer oder Vegetarier. Alle sind willkommen.
Auch unsere Torten und Kuchen werden selbst gebacken, aber da gibt es eine Küchenfee, die uns immer etwas unter die Arme greift. Wir sind nämlich kein großes Restaurant. Kommt ihr also mit einer größeren Gruppen vorbei, können wir nicht 6 Leute gleichzeitig bewirten, inkl. weiterer Gäste, weil unsere Küche dafür zu klein ist. Die Leute wissen das aber auch und beschwert hat sich noch keiner.
Andi: Eine größere Küche wäre schon cool, aber dafür müssen wir erst einmal schauen, wie es so läuft.

Warum habt ihr euch für Witten entschieden?

Curly: Ich komme aus Witten. Also irgendwann bin ich hierhergezogen, aber wohne jetzt auch schon seit einer gefühlten Ewigkeit hier. Wir haben auch über Bochum nachgedacht, weil die Stadt ja 3-4 mehr Einwohner hat, aber auch 3-4-mal so viele Läden. Hier gab es noch nichts dergleichen und nach Hause laufen ist ja auch cool.

Wie kommt The Curly Cow bisher an?

Curly: Die Kritiken sind durchweg positiv. Wir fragen wirklich offensiv nach, kritisiert uns lieber konstruktiv, als dass ihr uns jetzt über den grünen Klee lobt, nur um was Nettes zu sagen. Wir wollen das natürlich gerade in der ersten Woche, denn da haben wir bestimmt noch Luft nach oben. Und es wissen ja auch noch nicht alle, dass wir jetzt hier sind, das haben wir aber ganz bewusst so gemacht.

Wie sieht eure Kundschaft aus?

Andi: Durchweg gemischt. Wir hatten auch schon eine Familie mit zwei kleinen Kindern da, die einfach so vorbeigekommen sind. Auch Veganer, und Nicht-Veganer. Bisher hatten wir wirklich nur nette Kunden.
Curly: Wir hatten auch schon welche, die waren jenseits der 85. Das Schönste ist natürlich, wenn Leute kommen, die sagen ‚ach komm gib mir noch ‘n Bier‘, ich bleib noch auf eins‘ oder wenn dann Freunde von uns vorbei kommen. Und das ist ja auch der Grund, warum man so einen Laden eröffnet. Einfach um sich wohl zu fühlen und nicht nur um Geld zu verdienen, sondern um zu sagen: Wow, hier bin ich glücklich.
Andi: Genau, ich fühle mich wohl hier und das ist das Wichtigste dabei.
Curly: Das ist auch das Coole, auch die ersten Gäste haben sich hingesetzt und haben dann gesagt, das es sich so anfühlt, als wenn sie schon seit 3 Jahren hier Gast wären.

Was habt ihr für die Zukunft noch geplant?

Curly: Bald veranstalten wir hier ein Konzert, am Ostersonntag. Wir haben beide einen gewissen Musikbackground und ich habe selber auch schon viele Konzerte und Veranstaltungen organisiert. Die Veranstaltungen und Konzerte sollen so ablaufen, dass alles, was wir an Eintritt einnehmen, an die Künstler und Künstlerinnen geht.
Andi: Wir wollen auch gerne Lesungen usw. machen, also alles mögliche in Richtung Kultur, denn nur Essen reicht uns so nicht. Wir haben auch noch einen Extraraum. Mal gucken, was die Zukunft dann noch so bringt.

Wie ihr seht, haben die zwei noch viel vor! Wenn ihr mal in der Gegend seid, empfehlen wir euch bei den Jungs vorbei zu schauen und ´n Burger oder ´ne Curry Vurst zu mampfen. Lohnt sich!

Liebe Vairnana Grüße!

Eure Judith & Friederike